Am 20.01.2010 ist Abraham Sutzkever in Tel Aviv gestorben.
Die Salomo-Birnbaum-Gesellschaft für Jiddisch in Hamburg e.V. hat ein ein 3-tägiges Seminar organisiert, Wer wird bleiben, was wird bleiben, das sowohl seinem Leben als auch seinem Werk gewidmet sein wird.
- Wann?
- 03-05.09.2010
- Wo?
- in Hamburg: Institut fuer die Geschichte der deutschen Juden, Beim Schlump 83; Alberto-Jonas-Haus, Karolinenstr35
- Mit wem?
- Gastreferenten: Dr. Heather Valencia (Universität Stirling), Miriam Trinh (Hebräische Universität Jerusalem und Universität Tel Aviv) und Eliezer Niborski (Hebräische Universität Jerusalem)
- Jiddischkenntnisse?
- gewünscht - da unser ganzes Programm auf Jiddisch sein wird
- Ablauf
-
- Freitag, 3. September 2010, 18:00, Institut, Beim Schlump 83, Eintritt frei;
- Dr. Heather Valencia : Referat Sutzkevers Leben und Werk (mit Textbeispielen)
- Rezitation des Gedichtes Wer wird bleiben, was wird bleiben? in verschiedenen Sprachen
- Diskussion
- Samstag, 4. September 2010, 11:30~17:30, Alberto-Jonas-Haus, Karolinenstr. 35
- 11:30 - 13:00:
M. Trinh: Werke während der Schoah; E. Niborski: Neologismen aus dieser Zeit
- 13:00 - 14:00: Mittagspause
- 14:00 - 15:30: Dr. H. Valencia: Späteres Werk, Teil 1 (mit dem
Schwerpunkt:Schoah-Metamorphose)
- 15:30 - 16:00 Kaffeepause
- 16:00 - 17:00 (~17:30): OYNEG-ShABES: literarischer Schabbattisch:
alle Teilnehmer haben die Gelegenheit, ihren „eigenen” Sutzkever zu präsentieren: ein Gedicht, einen Prosatext - ein guter Vorwand für eine Diskussion und gemütliches Zusammensein
- Sonntag, 5. September 2010, 11.30 ~ 17:30, Alberto-Jonas-Haus, Karolinenstr. 35
- 11:30 - 13:00: Dr. H. Valencia: Späteres Werk, Teil 2 (mit dem Schwerpunkt: Metapoetik und Symbole); E. Niborski: Neologismen
- 13:00 - 14:00: Mittagspause
- 14:00 - 15:30: M.Trinh: "Baum"- Motiv (dieses Motiv wird sich wie ein roter Faden durch alle Teile ziehen)
- 15:30 - 16:00: Kaffeepause
- 16:00 - 17:00 (~17:30): Filmprojektion: "Shmuesn mit Avrom Sutskever"/"Gespräche mit Abraham Sutzkever"/- der Schriftsteller erzaehlt über sein Leben und Werk. Mit einer Einführung von E. Niborski
Stichpunkte zu den Themen
- Geyrush shpanie, inkvizitsye un anusim. Ershte aynvoyners in Argentine.
- 19ter yorhundert un masn-emigratsye. Oremkayt, hunger un pogromen.
- Leyzungen far ot di problemen.
- Filantropizm. Der Baron Hirsch un Argentina. Jewish Colonization Association (JCA)
- Ershte imigrantn kayn Argentine. Mordkhe Alperson, Sholem Aleikhem un Perets un Argentine.
- Ershte tsaytungen un ershte yidishe shraybers.
- Tameyim. Yidish teater.
- Di inmigrantn fun tsvishn beyde velt-milkhomes.
- Dos feld un di groyse shtot.
- Protses fun urbanizatsye.
- Dos organizirte yidishe lebn. Fun a Khevre Kedishe tsu a Buenos Ayreser Kehile.
- Kheyder, talmud toyre, yidishe shul, integrale shuln.
- Lerer seminar.
- Yidishe farlagn.
- Yidish haynt
.
Men vet leyenen shafungen fun Moyshe Pinchevsky, Avrohom Moshkovich, Shmuel Glazerman,Kehos Kliger, M.D. Giser un andere.
Avrohom Likhtenboym (Abraham Lichtenbaum):
Bakumen zayn dertsiung in Buenos Ayres un Isroel vi a dertsier un yidish lerer. Hayntiker direktor fun Buenos Ayreser YIVO (fun 1994 on). Lerer (geven direktor bemeshekh 25 yor fun der grester yidisher mitlshul in Buenos Ayres. Geven lerer in der hoykh-shul oystsubildn freblistn un lerers far der onkeyb- un mitlshul.
Veranstaltungsort: Gedenk- und Bildungsstätte Israelitische Töchterschule, Dr. Alberto-Jonas-Haus, Karolinenstr. 35
Ein Treffen mit unserem Mitglied, Herrn E.-H. Dähnhardt, der uns kurz Y. Schraibmans Leben und Werk in Erinnerung rufen wird, hauptsächlich jedoch über seine Übersetzungsarbeit von Shraibmans Roman „Zibn yor mit zibn khadoshim” erzählt (deutsch).
Veranstaltungsort: Gedenk- und Bildungsstätte Israelitische Töchterschule, Dr. Alberto-Jonas-Haus, Karolinenstr. 35
Montag, 31. Mai 2010, 20:00
Szenische Lesung (deutsch): "Nahe Jedenev" (aus dem gleichnamigen Buch von Kevin Vennemann) mit u.a. Peter Striebeck
Eine Veranstaltung von „Vers- und Kaderschmiede”/„AK Bücherverbrennung - Nie wieder!”, die auch von unserer Gesellschaft mitgetragen wird.
Veranstaltungsort: Polittbüro, Steindamm 45
Michoel Felsenbaum wurde 1951 in Vasilkov/Ukraine geboren und wuchs in der bessarabischen Stadt Floreshti auf. Er studierte Theaterregie, Theater- und Kunstgeschichte in Leningrad und arbeitete zwischen 1969 und 1973 als Direktor des Nationaltheaters Belz. Mitte der 80er Jahre begann er in der jiddischen Literaturzeitschrift Sovetish Heymland zu publizieren. 1988 gründete er das Jüdische Theater Belz, für das er eine Reihe jiddischsprachiger Stücke schrieb.
Nach seiner Auswanderung nach Israel publizierte er diverse jiddische Lyrik- und Prosabände und war Mitbegründer des Literaturalmanachs Naye vegn. Ferner erschienen seine Werke in Di goldene keyt und Toplpunkt (beide Israel), Di pen (Oxford), Afn shvel und Yidishe kultur (New York). Sein Roman Shabesdike shvebelekh ist eines der wenigen postmodernen Werke in jiddischer Sprache. Zur Zeit arbeitet Michoel Felsenbaum als Lektor für Jiddisch an der Universität Trier
Zum Inhalt des Seminars, das sozusagen noch ein Echo unserer wunderbaren Polenreise im letzten Jahr ist, sagt Michoel Felsenbaum:
Di ershte teyl - lider, geshribene beys der rayze un glaykh nokh der rayze. Di tsveyte teyl - der vint fun jam un berg - di zinglider, geshribene beys der rayze un nokh der rayze. Michael vet oyslernen mitn oylem un zingen a tsvey-dray naye lider.
Die Veranstaltung wird begleitet von der Ausstellung der Photos von Ingrid Dijkstra, die sie während der Reise nach Polen gemacht hat.
Veranstaltungsort: Gedenk- und Bildungsstätte Israelitische Töchterschule, Karolinenstr. 35
Avner Gruber und Meier Strojakowski, zwei Überlebende des Holocaust und somit Zeitzeugen, werden - auf Jiddisch - über eigene Erfahrungen mit Antisemitismus berichten:
Avner hat das Getto in Mohilev-Podolsk, das gleichzeitig ein KZ war, überlebt; Meier ist ein einziger
Überlebender seiner Familie, die in einem Pogrom in polnischem Städtchen Jedwabne ermordet wur-
de. Ihre Berichte werden mit Fragmenten aus zwei Büchern: Die Nachbarn von Jan Tomasz Gross
und Kind im Niemandsland, aufgeschrieben von Ursula Bauer, unterstützt (beide auf Deutsch). Wir
werden auch eine Diskussion einleiten, die sowohl die heutigen Erfahrungen mit Antisemitismus als
auch dessen vielfältige (latente und offene) Erscheinungen umfassen sollte. Eine kleine Ausstellung
der Literatur zu diesem Thema ist auch vorgesehen.
Veranstaltungsort: Gedenk- und Bildungsstätte Israelitische Töchterschule, Dr. Alberto-Jonas-Haus, Karolinenstr. 35
Prof. Marc Caplan, der zur Zeit als Gastprofessor an der Uni Konstanz jiddische Literatur lehrt und Lehrvorträge auch in München und Berlin hält, wird uns in die literarische Welt der Weimarer Republik einführen und anhand literarischer Texte die Parallelen und Einflüsse zwischen jiddischen und deutschen Schriftstellern dieser Zeit präsentieren.
Veranstaltungsort: Gedenk- und Bildungsstätte Israelitische Töchterschule, Karolinenstr. 35
Freitag, 2.10.2009, 20:00 Uhr:
„Erich Mühsam - kein Lampenputzer”
Kooperation mit der „Vers-und Kaderschmiede”, mit: Harry Rowohlt, Thomas Ebermann, Knarf Röllem und Frank Spilker
Erich Mühsam: Begnadeter Schüttelreimer, Münchener Räterevolutionär, Bohemien, langjähriger Festungshäftling, Kabarettist, Anarchist, Kaffeehausliterat, von den Nazis im KZ ermordeter Jude. Wohlmeinende Ratschläge, er solle sich doch besser festlegen, ob er Künstler oder politischer Aktivist sei, ergingen häufiger an ihn. Von Frank Wedekind zum Beispiel: „Sie reiten stehend auf zwei Gäulen, die nach verschiedenen Richtungen streben; sie werden Ihnen die Beine auseinanderreißen”. Mühsam verwarf solchen Rat. Der Vorwurf, er sei zu außenseiterisch, unrealistisch und habe Illusionen, prallte ohnehin an ihm ab: „Immer, wenn man mich einen Don Quichote nannte, wusste ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin”
Seine Texte werden von Harry Rowohlt und Thomas Ebermann meisterhaft vorgetragen; Knarf Rellöm und Frank Spilker ("Die Sterne")werden dazu Mühsams Gedichte mühelos in die Gegenwart holen: "Bürgers Alpdruck", "Wo kein Kredit,da kein Profit", "Gebt mir Schnaps","Kriegslied", "Lügen heisst fügen". Und..... einige Strophen werden auch auf Jiddisch zu hören sein : HH- und Weltpremiere!"
Veranstaltungsort: Polittbüro, Steindamm 45.
Sonntag, 23. August 2009, 11:30-16:00 Uhr
Vortrag/Workshop (auf Jiddisch) von Prof. Abraham Lichtenbaum zum Thema
Jiddischer/Jüdischer Humor
Prof. Abraham Lichtenbaum ist Direktor des YIVO (IWO) in Buenos Aires.
Neben der Frage, was man überhaupt unter jiddischem/jüdischen Humor versteht, geht es in diesem Workshop um den sprachlicher Zugang und
natürlich um literarische Beispiele, u.a. Texte von Sholem Aleichem, Perets, Kaganowski. Nach einem einleitenden Vortrag werden die Texte gemeinsam ausführlich analysiert.
Veranstaltungsort: Gedenk- und Bildungsstätte Israelitische Töchterschule, Karolinenstr. 35.
Vers -und Kaderschmiede, mit Gilla Cremer, Matthias Scheuring, Catrin Striebeck, Michael Weber.
"Hochstapler, Gauner, Verschrobene, Sonderlinge, Herzens- und
Gesetzesbrecher; also Leute, deren Lebensphilosophie nicht lautet, dass
man „immer Treu und Redlichkeit üben“ solle - sie sind die Protagonisten
in den Erzählungen der drei großen jüdischen Autoren: I.B. Singer, J. Roth
und I. Babel. [....]
Drei Autoren, aufgewachsen, wo man jiddisch sprach, unterschiedlich
politisch orientiert; sehr verschiedene Lebenswege (Flucht und Erfolg -
Flucht und ertrunken im Suff - Berühmt und von Stalins Geheimpolizei
ermordet); drei, deren schäumender Witz am Abgrund spaziert. Und Dialoge
haben die geschrieben- wie gemacht für eine szenische Lesung!
Veranstaltungsort: Polittbüro, Steindamm 45
Gilles Rozier iz geboyrn in 1963 in Grenoble (Frankraykh). Er hot frier shtudirt in a hoykher shul far geshefts-administratsye un shpeter gelernt zikh yidish un yidishe literatur in Yerusholayim un Pariz bay Avrom Nowersztern, Yitskhok Niborski un Rokhl Ertel. In 1997 hot er farteydikt a doktorat ibern lebn un verk fun Lodzer yidishn shrayber Moyshe Broderzon. Zayn teze iz aroys untern titel : Moyshe Broderzon : un écrivain yiddish d'avant-garde (Presses universitaires de Vincennes, 1999).
Fun 1994 on iz er der direktor fun Parizer Medem-Bibliotek. Er iz oykh der mekhaber fun 6 romanen, vos tsvey fun zey zenen ibergeztst gevorn oyf daytsh : Eine Liebe ohne Widerstand (DuMont, 2004), Abrahams Sohn (DuMont, 2006). Er shraybt oykh lider oyf yidish. In marts 2008 hot er geshafn dem yidishn zhurnal Gilgulim (naye shafungen), vos vet dershaynen eyn mol a yor.
Teme fun referat:
In Varshe in 1921 hobn zikh getrofn dray yunge modernistishe shrayber : Melekh Ravitsh, Perets Markish un Uri-Tsvi Grinberg. Ravitsh iz geboyrn in mizrekh-Galitsye in a meshpokhe in velkher me hot geredt poylish un daytsh ; Uri-Tsvi Grinberg, der yoyresh fun a mishpokhe fun khsidishe rabonim, iz oykh geboyrn in mizrekh-Galitsye, un Peretz Markish in Volin bay a basheydenem melamed. Di dray hobn gedint in armey beshas der ershter velt-milkhome. In meshekh fun tsvey yorn zenen zey geven in Varshe di same modernistishste yidishe shrayber, onfirers fun der" Khaliastre"-grupe. In 1923 iz Uri-Tsvi avek fun Varshe durkh Berlin kayn Ertez-Yisroel un er iz shpeter gevorn a groyser hebreisher poet. Peretz hot zikh bazetst in Sovetn-Farband in 1926 un iz gevorn eyner fun di ongezeenste yidishe sovetishe shrayber. In 1948 hot men im arestirt un geshosn in 1952, tsuzamen mit der smetene fun yidisher kultur in Sovetn-Farband. Melekh iz geblibn in Varshe biz di mitele draysiker yorn. Shpeter hot er gerayzt iber der gantser erd, hot zikh tsaytvaylik bazetst in Melburn in 1938. Fun 1941 on hot er gevoynt in Montreol. Dray khaveyrim mit dray farsheydene untergruntn, un dray farsheydene goyroles. Dray groyse shrayber.
Veranstaltungsort:Gedenk- und Bildungsstätte Israelitische Töchterschule, Karolinenstr. 35
... denn der Streit war leidenschaftlich. Auch in Czernowitz, dieser
einstigen Hochburg jüdischer Intellektualität; dem Geburtsort von Paul
Celan, Rose Ausländer und Itzik Manger. Dieses Czernowitz- zunächst
habsburgisch, dann rumänisch, dann sowjetisch und heute ukrainisch –
soll unser Ausgangspunkt sein, die Gegensätze, Zerwürfnisse, und
Solidaritäten der jüdischen Künstler zu beleuchten. Natürlich waren es
politische Gegensätze: Zwischen Verteidigern des Althergebrachten und
den modernen Zerstörern traditioneller Fesseln; zwischen den auf
Assimilation Hoffenden; den die klassenlose Gesellschaft Anstrebenden;
den Werbern für einen jüdischen Staat. Man stritt über die
(zukünftige) Sprache der Juden. Man drückte Zugehörigkeit aus durch
die Sprache, in der man schrieb. Und, da Engagement für die richtige
Sache noch nicht für literarische Qualität bürgt: gesucht wurde nach
der angemessenen Form für die eigene Prosa und Lyrik. (Marco Tschirpke
hat einige Gedichte erstmals vertont.)
Veranstaltungsort: Polittbüro, Steindamm 45
Samstag, 15.11.08, 15.00 - 19:00 Uhr:
Vorträge, szenische Lesung und Diskussion über die Czernowitzer Sprachkonferenz
15:00-17:00 Uhr (von unseren Mitgliedern vorbereitet und präsentiert)
- Eröffnung und Begrüßung (jiddisch/deutsch)
- Präsentation der Dokuausstellung
- Vortrag "Czernowitz - eine versunkene Stadt?" (deutsch)
- Vortrag "Die Bedeutung der 1.Sprachkonferenz für Jiddisch in Czernowitz 1908 - 2008" (jiddisch)
- Szenische Lesung "Jiddisch: vom Jargon zur Nationalsprache der Juden" - Stimmen und Kommentare aus und zu Czernowitz-damals und heute ( jiddisch)
- Publikumsdiskussion
18:00 - 19:00 Uhr
- Einführung ( jiddisch/deutsch )
- Vortrag "Expedition ins Gestern - Czernowitz heute"( jiddisch), Janina Wurbs, Universität Potsdam
- Diskussion mit dem Publikum
Veranstaltungsort: Gedenk- und Bildungsstätte Israelitische Töchterschule
Sonntag, 18.05.08, 16.00 Uhr:
Monika Polit - Briefe an Mordechai Chaim Rumkowski im Getto Lodz – Vortrag (jiddisch)
Im Staatsarchiv in Lodz befindet sich in der Abteilung "Vorsitzender des Judenrats in Lodz", ein Aktendeckel mit der Nummer L18908, betitelt "Die Briefe an Mordechai Chaim Rumkowski". Er beinhaltet eine sehr interessante Sammlung von über 600 Briefen, die auf polnisch, jiddisch, hebräisch und deutsch von den Bewohnern des Lodzer Getto verfasst wurden und - mehr oder weniger - eine Art Glorifizierung und Lobgesang zu Ehren von M. Ch. Rumkowski darstellen und hauptsächlich zu religiösen jüdischen Feiertagen aber auch zu seinen Geburtstagen an ihn geschickt wurden. Viele von ihnen entstanden als Bittsteller-Briefe, viele haben eine poetische (oder auch pseudopoetische) Form. Diese besondere Briefkollektion erlaubt es sowohl die Person des Vorsitzenden des Judenrats wie auch ihm untergeordnete, jüdische Gettobewohner in ein neues Licht zu rücken und darin zu sehen, was oft überrascht und manchmal auch empört. Es stellt sich aber auch die schwierige Frage, wie weit ein geknechteter, versklavter Mensch gehen darf und kann, der nur eins zur Disposition hat - die Schmeichelei.
Die Philologin, Übersetzerin und Jiddisch-Lehrerin Monika Polit lebt in Warschau, Polen. Intensive Forschungsarbeit am Jüdischen Historischen Institut (ZIH) und aktive Mitgliedschaft in Polnischen Zentrum für Holocaust-Forschung (beide in Warschau). In Vorbereitung ist ihre Doktorarbeit, die sich mit den literarischen und paraliterarischen Texten, die Mordechai Ch. Rumkowski vom Lodzer Getto gewidmet sind, befasst. Geplant ist eine Edition von Dokumenten in Jiddisch, aus dem ZIH-Archiv.
Veranstaltungsort: Gedenk- und Bildungsstätte Israelitische Töchterschule
.. mit: Nina Petri, Harry Rowohlt, Gustav Peter Wohler und Edgar Hilsenrath findet mit unserer Unterstützung in der Vers- und Kaderschmiede statt.
Dass die zehnbändige Ausgabe der Werke Edgar Hilsenraths nun endlich komplett ist, ist der Anlass für dieses Fest: - Sein Verleger Volker Dittrich wird im Gespräch mit dem Autor die biografischen Bezüge erforschen – und die drei Interpreten werden diese literarisch bebildern. Der Dialogreichtum, stilistisches Merkmal aller Romane, lädt zum szenischen Spiel förmlich ein. Auch wird aus "Der Nazi und der Friseur" vorgetragen.
Edgar Hilsenrath ("Ich bin Aussenseiter und gefalle mir in dieser Rolle"), heute 81 Jahre alt, besuchte bis 1938 die Schule in Halle, versuchte sich dann im rumänischen Siret vor den Nazis in Sicherheit zu bringen, wurde aber 1941 ins Ghetto der ukrainischen Ruinenstadt Moghilev-Podolsk deportiert. Nach Befreiung durch die Rote Armee, die allerdings auch die Drohung enthielt, ins russische Kernland transportiert zu werden, gelang die Flucht nach Palästina. 1947 reist Hilsenrath nach Frankreich, 1951 wandert er in die USA aus, 1975 kehrt er nach Deutschland zurück. Nur selten fühlt er sich zugehörig (Siret: "Jossel Wassermanns Heimkehr"); zeitweise ist die Todesgefahr alltäglich (Moghilev-Podolsk: "Nacht"); später bleibt die Fremdheit bedrückend (USA: "Fuck America..." - Deutschland: "Berlin – Endstation").
Veranstaltungsort: Polittbüro, Steindamm 45
Josef Burg (Czernowitz/Ukraine)
Lesung aus eigenen Werken
Yechiel Shraibman
(Kishinjow/Moldawien)
Lesung und Vortrag über die jiddische Literatur in Moldawien
Mascha Rolnikaite
(St.Petersburg)
"ikh muz dertseyln"
Lesung aus ihrem Tagebuch, entstanden im Wilnaer Ghetto
Lev Berinski (Akko/Israel)
Lesung aus seinem Poem LUFTBLUMEN
Ausstellung der Illustrationen von Irene Frenkel zu diesem Gedichtzyklus
Avner Gruber (Hamburg)
"mayn kindheyt in geto 1940-1944"
Dr. Gennady Estraikh
(Oxford)
Jiddische Literatur in der Sowjetunion von 1917 bis 1991
Yitzhak Luden (Givatayim/Israel)
"zol lebn der bund"
(‚bund': algemeyner yidisher arbeter-bund, gegr. in Wilna 1897)
Dr. Michail Krutikow
(Oxford)
Die Herausforderung der Moderne und die jiddische Literatur zu Beginn des
20. Jahrhunderts
Prof. Dr. Isidor Levin
(St.Petersburg)
Jiddische Volkskultur im Baltikum zwischen den beiden Weltkriegen
Lui Beilin (Kopenhagen)
Juden und Jiddisch in Dänemark
Boris Dorfmann (Lemberg/Ukraine)
Alexander Lisen - Freund und Weggefährte Vortrag anläßlich der Buchpräsentation:
Alexander Lisen "Die singende Sonne" - Erzählungen und Kurzprosa - Herausgeber:
D.Greve u. W.Kühn Edition Dodo Berlin, 2002
Fania Brancovskaja
(Vilnius)
"lebn un iberlebn in Vilne"
Gedenkveranstaltung
zum 50.Jahrestag der Ermordung jiddischer Schriftsteller in der Sowjetunion
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Dr. Wilfried Kühn: |
| Die tragische Geschichte des Jüdischen Antifaschistischen Kommitees
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Dr. Gennady Estraikh (Oxford): |
| "dos trauma fun 12tn oygust 1952 in yidishn literarishn und
politishn leben" |
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Avishai Fisz (Hamburg): |
| Jiddisch-sowjetische Volkslieder und Gedichte (Gesang und Akkordeon)
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Ytzhak Luden (Givatayim/Israel)
Die Situation des Jiddischen in Israel
Peysakh Fiszmann (New
York)
Ein Jiddisch-Abend
17.03.2005
Jürgen Rennert (Berlin)
„Nie ist der Letzte der Letzte …”
Vortrag und Lesung
07.04.2005
Natalia Krynicka (Paris)
„über die Dichterin M. Ulinower”
Vortrag
21.04.2005
Prof. Dr. Isidor Levin
„Was lässt sich mit einem Wortschatz des Jiddischen machen?”
Vortrag
10.2.2008