Ankündigungen Winter/Frühjahr 2019

Das Jüdische Czernowitz im Gedicht - ausgewählte deutschsprachige Texte

Seminar von und mit Dr. Klaus Weber

 

am Sonntag, den 24. Februar 2019 von 14:00 bis 18:00 Uhr

im Dr. Alberto-Jonas-Haus, Gedenk- und Bildungsstätte Israelitische Töchterschule

Karolinenstraße 35 (U-Bahn Messehallen)

Die dreistündige Veranstaltung wird drei Autorinnen und Autoren aus Czernowitz (Bukowina) vorstellen, nämlich Rose Ausländer, Paul Celan und Selma Meerbaum-Eisinger. Anhand von Analysen exemplarischer Texte, vor allem aus den frühen Jahren, sollen neben poetisch-sprachlichen Merkmalen besonders auch biografische, soziale und historische Aspekte erschlossen werden.

Hieraus soll die Verwobenheit der einzelnen Dichterpersönlichkeiten mit der damaligen kulturellen Vielfalt in Czernowitz und die Bedeutung des Jüdischseins in diesem Kontext dargestellt werden, auch im Hinblick auf die Verfolgung durch den Faschismus. Die Akzentsetzung auf die früheren Werke ergibt sich aus der Zielsetzung, die Situation vor der Zerstörung der reichen jüdischen Kultur in der Bukowina durch den mit dem deutschen Nationalsozialismus verbündeten Antonescu-Regime zu erhellen. So lässt sich das Ausmaß dieses kulturellen Verlusts darstellen und die Erinnerung an eine verlorene Welt bewahren.

 

 

6. April 2019 (Samstag), 16:00 - 17:30 / 18:00 - 19:30

Seminar und Vortrag: Mangers Gedichte nah gelesen

Prof. Dr. Efrat Gal-Ed, Institut für Jüdische Studien, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Autorin von „Niemandssprache. Itzik Manger – ein europäischer Dichter“, Jüdischer Verlag im Suhrkamp-Verlag 2016.

1. Seminar: Itzik Mangers Gedichte verschränken das Lokale (Jiddische) mit dem Europäischen, verbinden neoromantische und modernistische Traditionen mit denen der jiddischen Folklore. Im Seminar wird eine kleine Gedichtauswahl auf Jiddisch und in deutscher Übersetzung gelesen und Mangers poetisches Verfahren erörtert.

2. Vortrag: Itzik Manger in Czernowitz

Itzik Manger wurde 1901 in Czernowitz geboren, damals noch Hauptstadt der k.u.k. Provinz Bukowina. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs flüchtete die Familie nach Jassy. Der junge Dichter hielt sich aber seit 1919 in seiner Geburtsstadt immer wieder auf und trug wesentlich zum Aufbau der jiddischen Kultur dort bei.

 

 

28. April 2019 (Sonntag), voraussichtlich 16:00 - 17:30 / 18:00 - 19:30

Seminar und Vortrag: Verschlungene Pfade. Josef Burgs Leben und literarisches Werk mit besonderer Berücksichtigung der Bukowinischen und Czernowitzer Motive.

Prof. Dr. Armin Eidherr von der Paris-Lodron-Universität in Salzburg

1.) Seminar mit ausgewählten Texten auf Jiddisch.

In diesem Seminar werden ausgewählte Texte auf Jiddisch und auf Deutsch (mit beigegebenen Übersetzungen) gelesen, die typische Aspekte des Schaffens Josef Burgs beinhalten:

Motive aus seiner Kindheit in den Bukowinischen Vorkarpaten, Czernowitzer Szenen und Figuren, historische und andere jüdische Kontexte.

Außerdem werden die stilistischen und inhaltlichen Besonderheiten seines Schreibens und ihre Zeitabhängigkeit analytisch untersucht.

2.) Öffentlicher Vortrag zweisprachig, Textübersetzungen werden projiziert.

Der Vortrag gibt einen Einblick in das Leben des weit über Sprach- und Landesgrenzen berühmten jiddischen Schriftstellers.

Besondere Beachtung sollen dabei u.a. die prägenden Kindheitsjahre in Wishnitz am Fluss Czeremosz, die nationalsozialistische und sowjetische Zeit und die Verbundenheit mit Czernowitz finden – besonders wie all dies in seinem Werk, das in Ausschnitten auch im Original vorgestellt wird, zum Ausdruck kommt.

Was macht die Eigenart, das Besondere seiner Erzählkunst aus? – Diese Frage soll hinsichtlich der besonderen Sprache Burgs, seiner Motivik und der historischen und ideologischen Einflüsse zu beantworten versucht werden.